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Fliegende Autos

Fliegende Autos: Werden wir bald zum Supermarkt schweben?

Wird das Auto bald abheben? Mehrere Unternehmen arbeiten jetzt bereits daran. Wir haben uns Modelle angesehen, die gerade entwickelt werden. Die ersten sollen schon 2018 in Serie gehen.

Wie lange hat die Menschheit auf den Moment gewartet, das Auto endlich von der Straße zu holen! Spätestens seit James Bond in der Eröffnungsszene aus dem 1983er “Octopussy” mit einem fliegenden Auto vor der kubanischen Armee abhaut, war ungefähr klar, wie das aussehen könnte.

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So ganz sicher war man sich ja schon damals nicht: Ist das jetzt überhaupt noch ein Auto oder doch ein Flugzeug mit ausgefahrenen Rollen? Die Szene stellte zum Ende jedoch unmissverständlich klar, was gemeint ist. James fährt dort nämlich mit eingezogenen Flügeln noch ein Stückchen und macht dann Halt bei der nächstbesten Tankstelle. “Volltanken, bitte!” Alles klar, James!

Wie so oft haben Filme der Zukunft etwas voraus. Denn tatsächlich werden Autos nach diesem Vorbild gerade bei einer Reihe von Unternehmen entwickelt.

Der fliegende Schleudersitz

Im April diesen Jahres wurde bekannt, dass Google-Mitgründer Larry Page in das Unternehmen Kitty Hawk investiert, was diesem einen gehörigen Auftrieb gebracht haben dürfte. Dieser wäre an sich gar nicht weiter nötig gewesen, denn der Prototyp der Ingenieure aus dem Silicon Valley sieht in etwa aus, wie die Mischung aus einer riesigen Drohne und einem montierten Wasserski Set.

Auf Knopfdruck steigt der als „Kitty Hawk“ getaufte Flieger dann senkrecht in die Luft und kann mit leichter Neigung in alle Richtungen losfliegen. In der Mitte des Gefährts befindet sich ein Sitz für maximal eine Person und es gibt zwei Joysticks zur Steuerung.

In einem Werbevideo wird ein Anwendungsszenario in der nicht allzu weit entferrnten Zukunft folgendermaßen beschrieben:

Frau 1: “Hey Laura, was geht bei dir?”
am Telefo; Frau 2: “Wir machen gerade das Abendessen fertig, es kommen ein paar Freunde vorbei!”

Frau 1: “Super, ich wäre gern dabei!”

lächelnd; Frau 2: “Tja, willst du dann nicht einfach vorbeikommen? Du könntest ja die Straße nehmen!”

Frau 1: “Haha, ich habe da eine andere Idee! Wir sehen uns in 2 Minuten!”

steht auf; Frau 2:  “WIE willst du es hierher in nur 2 Minuten schaffen?”

schelmisch, Frau 1:  “Das ist eine Überraschung!  Du wirst es sehen!”

Nun steigt die erste Frau, die offenbar auf der gegenüberliegenden Seite eines Sees wohnt, auf ihren Kitty Hawk und fliegt ein Stück über das Wasser. Ihre Freunde befinden sich auf einem Boot und freuen sich, dass es so schnell ging. Umarmungen folgen.

Das Video macht deutlich, wo die Grenzen des Kitty Hawk derzeit zu liegen scheinen. Über dem Land nämlich. Die Absurdität des Werbevideos ist letztlich der sehr geringen Einsatzmöglichkeiten geschuldet. Denkbare Abnehmer aus unserer Sicht wären: Delfintrainer, Bademeister und Animateure auf Kreuzfahrtschiffen. Sicherlich hat Larry Page vor allem Letzteres überzeugt.

Die Bond-Maschine

Am nächsten an unserem filmischen Vorbild aus den frühen Achtzigern kommt eine Entwicklung des slowakischen Herstellers Aeromobil. Tatsächlich sieht der letzte Prototyp mit Versionsnummer 4.0 vielversprechend aus. Eine echte Mischung aus Auto im vorderen Teil und einem Flugzeug im Hinteren. So elegant wie seine Abrundungen aussehen, genauso schön mutet es auch an, wie der Einsitzer im Werbevideo durch die Luft gleitet.

Laut Hersteller sind 700 Kilometer Reichweite drin, mit etwas Glück schafft man es also von Frankfurt gerade so nach London. Die Vorbestellungen sollen ab Ende diesen Jahres entgegengenommen werden. Über den Preis schweigen die Slowaken sich bisher noch aus. Nur soviel ist klar: Einen Schleudersitz wird es auch geben. Dieser konnte bereits erfolgreich getestet werden.

Der Hub-Roller

Ein Unternehmen aus Holland mit dem Namen, der zunächst an einen alten Fernsehübertragungsstandard erinnert, ist mit einem ganz anderen Gefährt im großen Rennen um die Befahrung der Lüfte. Nach beinahe 10 Jahren Entwicklungsarbeit ist PAL-V Chef Robert Dingemanse sich jedenfalls sicher, dass sie es geschafft haben “ein fliegendes Auto aus der Taufe zu heben, welches weltweit nicht nur die Sicherheitsbestimmungen, sondern auch bestehende Gesetze und Regularien in der Luft, wie auch auf der Straße erfüllt”.

Schnittig sieht das Gefährt allemal aus, wenn es im Werbevideo flink über die Straßen flitzt. Auf dem Dach ist ein Rotor montiert, der bei Bedarf für die Verwandlung in ein hubschrauberähnliches Zukunftsmobil sorgen kann.

Gegen eine Vorauszahlung von 25.000 Euro kann man sich eines der begehrten Stücke reservieren. Gegen Anlieferung “vor die Haustür” werden 499.000 Euro fällig. Eine sportliche Version für Einsteiger gibt es bereits ab 299.000 Euro. Einen Flugschein sollte man aber für beide Exemplare vorweisen können. Dafür können später 2 Personen immerhin bis zu 500 Kilometer weit reisen. Wer jetzt bestellt, soll schon 2018 oder 2019 sein Auto vor der Tür schweben haben.

Wieviel Energie verbraucht ein fliegendes Auto?

Nicht erst seit dem Klimaabkommen in Paris versucht die Welt fieberhaft, seine CO2 Ausstöße zu verringern, indem etwa herkömmliche Diesel- oder Benzinmotoren gegen Elektroantriebe ausgetauscht werden sollen. Man kann es sich denken: Um abzuheben, benötigt man erst einmal ziemlich viel Energie. Ein Flugzeug zumindest benötigt für den Steigflug etwa dreimal so viel Energie, wie für das Vorankommen auf gleicher Höhe.

Leider droht die Zukunft der Mobilität, sollte sie einmal in die Luft gehen, in dieser Hinsicht einen bislang Schritt zurück zu machen. Die neuen Fluggeräte arbeiten in der Regel mit Flüssigtreibstoffen, lediglich die neueste Entwicklung des Aeromobils hat erstmals einen Hybridmotor verpasst bekommen. Über den Spritverbrauch des neuen Motorengespannes ist von Herstellerseite noch nichts zu vernehmen. Lediglich beim Vorgängermodell, dem Aeromobil 3.0, lässt sich nachlesen, dass auf 100 Kilometer etwa 8 Liter verbraucht werden sollen.

Das ist erstaunlich. Denn dieser Wert ist ungefähr vergleichbar mit dem Verbrauch eines Autos und vier Passagieren. Das Problem: Beim Aeromobil werden maximal zwei Menschen Platz finden. Trotzdem ist das ein erstaunliches Ergebnis und lässt sich mit der Leichtmetallbauweise dieser neuen, fliegenden Autos erklären. Ein Flugzeug verbraucht im Übrigen in etwa 1.300 Liter Kerosin auf der gleichen Strecke.

Es gibt sicherlich ungefähr noch so viel Potenzial wie auch ungeklärte Fragen beim Thema Fliegende Autos. Und trotz laufender Vorbestellungskampagnen ist es unwahrscheinlich, dass wir in Kürze Ampeln in der Luft sehen und unseren Geschäftstermin in London ganz spontan mal eben selber ansteuern werden. Für einige erste, ziemlich wohlhabende Pioniere aber dürfte es immerhin ein großer Spaß werden.

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