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Stromanbieter wechseln

Stromanbieter wechseln: Die größten Mythen schnell widerlegt

Treue zahlt sich nicht immer aus: Stadtwerke sind in vielen Kommunen überteuert und Haushalte könnten leicht Hunderte Euro im Jahr sparen. Trotzdem schrecken viele Menschen noch immer vor dem Stromanbieterwechsel zurück. Wir haben uns die fünf häufigsten Sorgen angehört und entkräften sie für dich.

Einer Studie des Branchenverbands Bitkom zufolge sind wir Deutschen alles andere als wechselfreudig. Ganze 55 Prozent der Menschen haben ihren Stromanbieter noch nie gewechselt. Vor allem älteren Menschen scheint nicht bewusst zu sein, wie leicht und schnell ein solcher Wechsel des Anbieters von Strom und Gas vonstattengehen kann. Folgende vermeintliche Hürden beim Wechseln hört man immer wieder.

„Wenn ich den Stromanbieter wechsel, droht mir ein kleiner Papierkrieg.“

Der Stromanbieterwechsel im Internet hat einen gewaltigen Vorteil: er kommt fast ohne Papier aus. Dass der Wechsel des Stromanbieters mit bürokratischen Hürden verbunden ist, kann getrost als Mythos abgelegt werden. Das Ausfüllen von Formularen entfällt hier nämlich komplett! Tatsächlich muss man sich nach der Entscheidung für einen neuen Stromanbieter sowie den jeweils passenden Stromtarif erstmal um gar nichts weiter kümmern. Einfach den bestehenden Stromtarif kündigen und die Abmeldung des alten Vertrags wird gänzlich vom neuen Stromanbieter übernommen.

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Nur eine einzige Sache ist dabei zu beachten: eventuelle Laufzeiten und Kündigungsfristen bei dem aktuellen Stromanbieter. Aber selbst das wird im Zweifelsfall ohne weiteres Zutun von den beiden Stromanbietern selbst verwaltet. Diese informieren dich in einem solchen Fall einfach, dass ein Stromanbieterwechsel erst ab einem bestimmten Datum möglich ist.

Der Papierkrieg beim Stromanbieterwechsel droht also überhaupt nicht. Wer sich für den Anbieterwechsel im Internet entscheidet, kann das Wechseln des Tarifs mit wenigen Klicks sicher und einfach in die Wege leiten. Selbst wer den etwas komplizierteren Weg über einen Vertrag auf Papier wählt, wird überrascht sein, dass kaum mehr auszufüllen ist als bei einer Pizzabestellung. Nur braucht die Post dann doch ein wenig länger.

„Beim Wechsel kann es passieren, dass der Strom zwischendurch unterbricht.“

Dass es beim Stromanbieterwechsel dazu kommen kann, dass die Stromversorgung unterbricht, ist ein Gerücht. Wir können dir versichern: es ist nichts dran! Die örtlichen Grundversorger, also die Stadtwerke, übernehmen zu jeder Zeit deine Stromversorgung.

Dank des Energiewirtschaftsgesetzes sind sie dazu auch verpflichtet. Selbst wenn der neue Anbieter bankrott gehen würde, wäre deine Versorgung automatisch gesichert.

„Wenn ich mit dem neuen Versorger doch nicht zufrieden bin, kann ich nicht mehr zurück wechseln.“

Auch das stimmt nicht. Du kannst jederzeit wieder zurück zu deinem alten Stromanbieter wechseln. Achte beim Abschließen neuer Verträge dabei aber vor allem auf die Mindestvertragslaufzeiten sowie auf einen eventuellen Bonus, der bei Nichteinhaltung einer Mindestlaufzeit durch eine Kündigung dann doch nicht ausgezahlt wird. Üblich ist 1 Jahr. Danach kannst du wieder wechseln. Aber ob du wieder zu dem ursprünglichen Anbieter zurück solltest, ist eine andere Frage.

In der Regel hast du bessere Konditionen und erhältst günstigere Angebote zu Stromtarifen, wenn du beim Wechsel auf die günstigste Kombination aus monatlichen Grundkosten und dem Preis pro Kilowattstunde achtest. Mithilfe von Vergleichen auf verschiedenen unabhängigen Webseiten, kannst du einen günstigeren Anbieter finden und viel Geld sparen.

„Sparangebote haben oft einen Mangel beim Preis-Leistungsverhältnis“

Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass besonders günstige Stromanbieter an Stellen wie dem Service sparen. Das kann zur Folge haben, dass es bei Problemen mit der Rechnung, dem monatlichen Abschlag, Tarif ändern oder dem Ablesen der kWh-Zählerstände zu Schwierigkeiten kommen kann. Jeder kennt endlose Warteschleifen beim Anrufen von Servicenummern. Oft lagern Anbieter hier das Servicemanagement an Dritte aus.

Die Folge: Fragen werden nur sehr langsam oder im schlimmsten Fall gar nicht beantwortet. Tipp: Achte bei der Wahl deines neuen Stromversorgers nicht nur auf den niedrigsten Preis, sondern schaue dir auch Bewertungen anderer Nutzer an. Ein guter Stromanbieter zeichnet sich auch durch guten Service aus.

Vergleichen zahlt sich also auch hier aus und hilft dir beim Sparen, von Zeit und Geld!

„Meine Kontodaten im Internet einzugeben ist nicht sicher.“

Besonders ältere Menschen haben noch immer Sorgen, ihre privaten Daten im Internet einzugeben. Nicht ganz ohne Grund: Schreckensmeldungen über Datendiebstähle und Hackerangriffe reißen nicht ab und für Unkundige ist es in manchen Fällen nicht immer erkennbar, ob man sich gerade auf einer vertrauenswürdigen Webseite befindet.

Unser Tipp: Hole dir im Zweifel Hilfe von jemandem, der sich gut im Netz auskennt oder hilf selbst beim wechseln, wenn du jemanden kennst, der unsicher ist. Vertrauenswürdige Webseiten sind in aller Regel an verschiedenen Merkmalen erkennbar.

In sicheren Browsern wie Chrome oder Firefox werden verschlüsselte Verbindungen zudem in der Adresszeile durch ein grünes Schloss-Symbol kenntlich gemacht. Generell sind Stromanbieter aus Deutschland mit einem gültigen Impressum vertrauenswürdig – sie haben sich dazu verpflichtet, deine Daten zu schützen und nicht an unbeteiligte Dritte weiterzugeben.

Im Folgenden geben wir dir noch eine Checkliste mit auf den Weg. Diese Dinge solltest du beim Stromanbieterwechsel beachten. Dann kann wirklich nichts schiefgehen.

Schritt 1: Schaue dir die letzte Stromrechnung an.

Hol dir deine letzte Stromrechnung raus und prüfe die Kosten sowie den Verbrauch. Ein üblicher Verbrauch von einem Zweipersonen-Haushalt liegt bei 2.100 Kilowattstunden im Jahr. Die Zahl ist natürlich von vielen Faktoren abhängig, zum Beispiel der Art des Herdes und der Warmwasserzubereitung. Wer beides mit Gas betreibt, hat natürlich einen geringeren Stromverbrauch und benötigt dafür mehr Gas.

Schritt 2: Prüfe die Vertragslaufzeit deines Anbieters.

Viele Verträge verlängern sich automatisch. Ein fairer Anbieter bietet Stromtarife mit Vertragslaufzeiten zwischen einem Monat und einem Jahr. Sollte die Mindestvertragslaufzeit deines alten Anbieters noch laufen, kannst du vorerst nicht ohne Weiteres die Kündigung schreiben und wechseln.

Schritt 3: Suche einen Vergleichsdienstleister im Internet auf.

Vertrauenswürdige Anbieter fragen dich vor Abschluss eines neuen Stromtarifs zunächst nach deiner Postleitzahl und deinem jährlichen Verbrauch. Diese Daten dienen lediglich dazu, den Tarif des Stromanbieters mit den Konditionen deiner örtlichen Versorger zu vergleichen. Du kannst im Tarifrechner direkt deine Ersparis ermitteln.

Schritt 4: Vergleiche richtig lesen

Auf den meisten Vergleichs-Webseiten werden die Stromanbieter alle untereinander dargestellt. Du hast dann die Möglichkeit, nach verschiedenen Kriterien zu filtern: Ökostrom Anbieter, Vertragslaufzeiten und so weiter. Oft werden dir zudem bereits Ersparnisse vorgerechnet. Diese basieren in den meisten Fällen auf der Annahme, dass du noch bei deinem Grundversorger bist.

Achtung: viele Anbieter und Vermittler locken Verbraucher mit einem Bonus, der zum Vertragsabschluss ausgeschüttet wird. Dieser Bonus wird in die Ersparnis mit eingerechnet, sodass der tatsächliche Strompreis günstiger aussehen kann. Willst du solche Rabatte und Boni mitnehmen, dann solltest du den Stromvertrag zum Ablauf der Mindestlaufzeit kündigen und einen neuen Anbieter suchen. So beugst du hohen Kosten vor. Denn viele Bonus-Tarife erscheinen nur deswegen in Vergleichsportalen weit oben, weil die Bonuszahlungen die Stromkosten im ersten Jahr senken. Fallen Boni im zweiten Jahr weg, ist der Vertrag deutlich kostspieliger. Prüfe in jedem Fall die genauen Details der Stromanbieter: wie hoch sind die Kosten also nicht nur im ersten Jahr sondern auch in den Jahren danach? Die Kosten ergeben sich aus dem Verbrauchspreis (Kilowattstunden im Jahr * Preis pro Kilowattstunde des neuen Anbieters) und dem Grundpreis.

Achte an dieser Stelle auch auf Bewertungen anderer Kunden: ist der Stromanbieter fair und serviceorientiert? Gute Anbieter mit günstigen Stromtarifen haben eine eigene Service-Abteilung, in der sich Mitarbeiter um die Kunden kümmern. Außerdem interessant: Ökostrom gilt vielen immer noch als “Luxus” – dabei sind Ökostrom-Tarife in vielen Fällen nicht einmal teurer als konventionell erzeugter Strom. Die Verbraucher haben aber zwischen zahlreichen Angeboten zu wählen und oft ist nicht ganz klar, worin sich diese Angebote unterscheiden und ob ein Wechsel wirklich so leicht von statten geht.

Allgemein gilt: Ein Anbieter ist wirklich ein Ökostromanbieter, wenn …

  • der Ökostrom zu 100% aus erneuerbaren Energien hergestellt wird
  • der Ökostromanbieter unabhängig von den vier großen Atomkonzernen ist
  • der Anbieter aktiv den Ausbau erneuerbarer Energien fördert

Ökostrom lohnt sich also gleich doppelt.

Schritt 5: Daten sicher eingeben

Gib deine Adressdaten ein, der Stromanbieter Wechsel wird dann für dich eingeleitet. Die Daten werden dem neuen Energieanbieter übermittelt, der sich um die Abmeldung des alten Vertrags kümmern wird. In der Regel vergehen 4 bis 6 Wochen und der Wechsel ist gelungen. Du bekommst dann Post vom neuen Anbieter, der dich über den erfolgreichen Wechsel informiert.

Ganz gleich wie deine Wahl ausfällt, ob besonders Öko, günstiger Tarif, toller Service oder Discounter: wer seinen Stromanbieter wechselt, kann fast immer Geld sparen. Und das mit ziemlich geringem Aufwand. Viel Spaß beim Sparen!

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